7. Neues System vor altem System

Nun finden wir in Zeiten der Globalisierung immer wieder Phasen der Umstrukturierung. Da bleibt es nicht aus, dass neue Abteilungen gebildet oder Unternehmen fusioniert werden.

Grundsätzlich gilt zwar, dass das neue System vor dem alten System Vorrang hat, solange die Gesetze 1-6 eingehalten werden.
Wenn z. B. die Unternehmen A und B fusionieren, müssen die alten und neuen Mitarbeiter sich hinsichtlich ihrer Erfahrungen und ihres Wissens und der Art, Vorgänge zu bearbeiten, respektieren und anerkennen, immer mit der Idee: das Alte war gut und muss gewürdigt werden und etwas Neues darf nach respektabler Zeit entstehen.

Aber lesen Sie gerne weiter bei den Beipielen im beruflichen und privaten Umfeld.

 

Ein Beispiel aus dem beruflichen Umfeld

Ein Inhaber hat ein Unternehmen gegründet und führt es über fünfzig Jahre. Nun ist es an der Zeit, das Unternehmen in die nächste Generation zu führen. Hierfür hat der Inhaber seinen Sohn vorgesehen, der ein MBA-Studium absolviert hat und vermeintlich bestens auf die Position vorbereitet ist. Was das Zahlenwerk des Unternehmens angeht, mag das stimmen. Was die Führung der Mitarbeiter im Sinne der Systemgesetze angeht, eher nicht. Aus unserer Erfahrung lernen die jungen Menschen, die die Unternehmen übernehmen sollen im Studium, dass die Mitarbeiter sich bei Neuigkeiten sowieso erst einmal "sperren" und gegen "alles" sind. Und man müsse hart durchgreifen. Fatal für das inhabergeführte Unternehmen ist, wenn die alte Form der Zugehörigkeit: Der Inhaber begrüßt seine Mitarbeiter und kennt die Familiengeschichten, fragt nach dem Befinden, nicht mehr gelebt wird. Die Mitarbeiter werden nicht mehr wie Menschen, sondern wie Nummern behandelt. Der neue Chef setzt sich ins gemachte Nest und wertschätzt nicht, was langjährige Mitarbeiter getan haben, damit das Unternehmen so erfolgreich geführt werden konnte. Auch wenn der neue Firmen-Chef eine höhere Verantwortung und Kompetenz trägt, muss er das "Früher vor Später" achten und es muss bei den Mitarbeitern ankommen, damit er Akzeptanz im Unternehmen gewinnt. Wir nennen das auch Führen von der letzten Position aus, da der neue Chef als letzter ins System gekommen ist.
Erst wenn alle Gesetze eingehalten werden, kann der Firmengründer mit einem stimmigen Gefühl das Unternehmen ver- und loslassen.

Ein Beispiel aus dem privaten Umfeld

Stellen Sie sich vor, wir befinden uns in Zeiten des 30-jährigen Krieges. Stellen Sie sich weiter vor, es lebt in dieser Zeit eine Ehepaar mit zwei kleinen Kindern. Was müsste Ihrer Meinung getan werden, damit das System bestehend aus vier Person geschehen, damit die Familie überlebt... Ja genau, wenn Sie an die Geschichte "Hänsel und Gretel" der Gebrüder Grimm denken, dann müsste das jüngste Kind in den Wald geschickt werden, damit das restliche Familiensystem überleben kann (Früher hat Vorrang vor später). An diesem Beispiel wird deutlich, dass die Systemgesetze seit jahrmillionen Jahren existieren und es im System um das Überleben geht bzw. das System immer nach Ausgleich im Sinne der Systemgesetzte bestrebt ist.
Führen wir das Beispiel weiter: das älteste Kind überlebt mit seinen Eltern. Es heiratet und gründet ebenfalls eine Familie. Nun besteht das System aus Großeltern, Eltern und zwei Enkel-Kindern. Würden diese wieder zur Zeit des dreißigjährigen Krieges leben und es ginge wieder darum, dem Hungertod zu entrinnen, würde folgendes passieren, sofern die Systemgesetze eingehalten werden: Die Großeltern würden von sich aus, freiwillig in den Wald gehen, damit der Rest der Familie überleben kann. Das geht aber nur, wenn die "Jüngeren" die "Alten" ins Familien-System einbezogen und wertgeschätzt, sowie das Gleichgewicht von Geben und Nehmen und das Früher vor später anerkannt haben und die Haltung der Kinder und Kindeskinder bei den Großeltern ankommt. Wenn das so ist, hat das neue System Vorrang vor dem alten, weil die Großeltern es so definiert haben.

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